Zeckenbissallergie

Um an das Blut ihres Wirtes zu kommen, ritzt die Zecke die Haut mit ihren scherenartigen Klauen am Kiefer auf. In die entstandene Wunde schiebt sie dann ihren „Stachel“ und sondert Speichel in die Wunde ab. Dieser Zeckenspeichel ist ein Sekret aus verschiedenen Komponenten:

  • einem Gerinnungshemmer, der verhindert, dass der Saugrüssel der Zecken verstopft und der gleichzeitig dafür sorgt, dass mehr Blut zur Einstichstelle fließt
  • einem „Klebstoff“, der die Mundwerkzeuge fest in der Haut verankert
  • einem lokales Betäubungsmittel, das die Einstichstelle unempfindlich macht und somit verhindert, dass der Wirt den Zeckenstich bemerkt. Dies ist vor allem wichtig, da Zecken deutlich länger als z.B. Mücken am Wirt saugen (bis zu einer Woche)
  • einem Entzündungshemmer, der verhindert, dass das Immunsystem des Wirtes an der Einstichstelle zu wirken beginnt.

Bei manchen Wirten – Menschen, aber auch Haustiere wie Hunden oder Katzen – kommt es zu einer Zeckenbissallergie in Folge der Reaktion auf diese Wirkstoffe. Besonders schwerwiegend ist die Zeckenbissallergie, wenn die Reaktion auf den Gerinnungshemmer der Zecke erfolgt, insbesondere, wenn die Einstichstelle im Bereich der Wirbelsäule oder am Hinterkopf liegt.

Schwellung nach einem Zeckenstich: mögliches Symptom einer Zeckenbissallergie

Zecke während des Blutsaugens: Hautrötung als Anzeichen für eine Zeckenbissallergie In leichten Fällen kommt es bei einer Zeckenbissallergie zu Entzündungen an der Einstichstelle mit Entwicklung von nässenden oder eitrigen Wundstellen, die im späteren Verlauf oft dicke Krusten bilden. Diese Wunden brauchen teils mehrere Wochen, um vollständig abzuheilen. Die Bildung dicker „Beulen“ unter der Haut findet sich oftmals auch als normale Reaktion auf den Zeckenstich, ohne dass eine Zeckenbissallergie vorliegen muss. Klingt die Schwellung aber nicht nach höchstens zwei Tagen nach der Entfernung der Zecke ab, kann dies ein Indiz für eine Allergie sein. Teilweise geht die allergische Reaktion mit starkem Juckreiz einher, weshalb Kinder und Haustiere diese Stellen oft immer wieder erneut aufkratzen. Bei Haustieren führt die Zeckenbissallergie häufig dazu, dass das Fell rund um die Eichstichstelle ausfällt. Die Vernarbung führt mitunter dazu, dass auch nach der vollständigen Heilung an einer ehemaligen Stichstelle kein Fell mehr nachwächst.

Schwerwiegende Symptome einer Zeckenbissallergie

Beim schweren Verlauf der Zeckenbissallergie kann es bei Mensch und Tier gleichermaßen zu klassischen Symptomen einer allergischen Reaktion kommen: Mattigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreaktionen (nicht nur an der Einstichstelle), Schwellung der Schleimhäute, schwerer Atem und Husten bzw. Schnupfen oder Schüttelfrost. In sehr schwerwiegenden Fällen einer Zeckenbissallergie treten Ohnmacht oder anaphylaktischer Schock auf. Zudem kann es zu einer sogenannten „Zeckenparalyse“ kommen, bei der die allergische Reaktion zu Schäden an Muskulatur und Nerven führt. Dadurch treten Lähmungen auf, die von partiellen Störungen (Lähmung oder Taubheit im Bereich kleiner Muskelgruppen wie eines Fingers) hin zu Lähmungen des Atemsystems oder des Herzmuskels mit Todesfolge reichen. Bei Verdacht auf eine Zeckenbissallergie sollte umgehend der Gang zum Arzt bzw. Tierarzt erfolgen!

Heißt es nun Zeckenstich oder Zeckenbiss? Korrekt ist die Bezeichnung „Zeckenstich“, aber da der „Stachel“ der Zecke im Mundbereich sitzt, hat sich im Alltag der Begriff „Zeckenbiss“ eingebürgert.