Sandflöhe – lästige Urlauberplage

Ein wunderschöner Urlaub ist geplant – Erholung pur mit Sonne, Meer und weißem Sandstrand. Doch was zuhause bei der Planung und der Buchung noch für Vorfreude sorgt, kann sich schnell hin zum Negativen entwickeln. Denn dort, wo sich Touristen wohl fühlen, gefällt es auch den Sandflöhen (lateinisch: Tunga penetrans) sehr gut. Sandflohbisse sind zwar theoretisch nicht lebensbedrohlich, aber sie plagen einen im Urlaub und auch danach noch. Alle wichtigen Informationen, wie sie diese Art des negativen Urlaubsmitbringsels vermeiden oder behandeln können, finden Sie hier.

Lebensraum des Tunga penetrans

Sandfloh auf tropischem Sandstrand

Die Sandflöhe – nicht zu verwechseln mit den Sandmücken – sind in feuchten und warmen Sandgegenden beheimatet. Also im tropischen Afrika und Asien, in Süd- und Mittelamerika und in der Karibik, wobei sie mittlerweile vereinzelt auch schon am Mittelmeer vorkommen. Wie es der Name schon vermuten lässt, bevorzugt der Sandfloh vor allem sandigen Boden und tritt vermehrt in ländlicheren Gebieten auf. Denn in diesen Regionen herrschen eher niedrigere Hygienestandards vor.

Der Sandfloh ist ein am Land lebender Flohkrebs und zählt zu den blutsaugenden Parasiten, da sie zur Eiablage warmblütige Säugetiere benötigen. Zu diesem Zweck nutzen sie gerne große Haustiere oder Menschen als Wirte. Die weiblichen Sandflöhe sind circa ein Millimeter groß1. Bei Menschen sind die häufigsten Stellen des Sandflohbisses die Fußsohlen, Nagelränder oder die Zehenzwischenräume.

Eiablage des Sandflohs

Das unbefruchtete Weibchen bohrt sich zum Zweck der Eiablage in die oberste Hautschicht des Wirts ein. Dort schaut ihr Hinterteil aus der Haut heraus und ein Männchen kann sie begatten. Während die Eier heranreifen, bleibt der weibliche Sandfloh unter der Haut und ernährt sich vom Blut. Der ganze Prozess dauert drei bis vier Wochen, währenddessen wächst der Floh bis zur Kirschkerngröße heran. Danach gibt das Weibchen die Eier nach außen ab und stirbt nach fünf bis acht Wochen und wird dann von der Haut als Fremdkörper abgestoßen2.

Daran erkennt man einen Sandflohbiss

Der Sandflohbiss macht sich durch einen starken Juckreiz bemerkbar, der sehr viel intensiver ist, als bei einem normalen Insektenstich. Zudem schwillt der Sandflohbiss etwa auf Erbsengröße an und es bildet sich ein weißer warzenähnlicher Knoten. In dessen Mitte befindet sich ein dunkler Fleck, dies ist der Sandfloh.

Das hilft gegen einen Sandflohbiss

Sobald ein Biss des Tunga penetrans entdeckt wird, ist ein Arztbesuch von Nöten. Und bitte nicht versuchen, den Parasiten selbst aus der Haut zu lösen. Die Gefahr einer bakteriellen Infektion ist nämlich hoch. Wenn kein Arzt oder eine medizinische Einrichtung in der Urlaubsregion existiert, dann kann der Sandfloh zur Not auch selbstständig entfernt werden. Wobei es dabei gilt, auf möglichst antiseptische und sterile Bedingungen zu achten. Am besten eignet sich für die Entfernung eine zuvor sterilisierte Pinzette. Anschließend ist es wichtig, die Wunde zu desinfizieren und mit einem Pflaster abzudecken. Sobald Sie die Möglichkeit haben, einen Mediziner aufzusuchen, sollten Sie dies nach der Selbstentfernung unbedingt tun. Warum? – Zur Vorbeugung einer Infektion verschreiben Ärzte oft Antibiotika und auch eine Auffrischung der Tetanusschutzimpfung ist ratsam. Da sich das Sandflohweibchen unter der Haut aufhält und somit selbst zum Krankheitserreger werden kann.

Bei Nichtbehandlung oder Nichtentdeckung des Sandflohbisses, stirbt das Weibchen, wie oben schon erwähnt und der Körper stößt es ab. Mit hoher Wahrscheinlichkeit bleibt dann aber eine Entzündung zurück, die medizinisch behandelt werden muss. Also unbedingt darauf achten, ob sich die betreffende Stelle rötlich färbt, da die Gefahr einer Sepsis (Blutvergiftung) durch die Sekundärinfektion besteht.

Besonders unangenehm ist der starke Juckreiz. Aber auch hierfür gibt es ein paar Tricks und Mittel. Ganz wichtig:

  • starkes Kratzen vermeiden; so gelangen keine Mikroorganismen und Bakterien in die Wunde
  • die betroffene Stelle mit Kühlpads und einem juckreizhemmenden Gel beruhigen
  • Linderung des Juckens durch den Asiatischen Tigerbalsam
Oft lohnt sich auch ein Besuch einer Apotheke vor Ort im Urlaubsland, da diese bewährte, einheimische Mittel haben.

Sandflohbissen vorbeugen

Damit es gar nicht erst zu einem Sandflohbiss kommt, gilt es ein paar Sachen zu beachten. Durch die gut entwickelten Hinterbeine können Sandflöhe hervorragend hochspringen. Deshalb empfiehlt sich im Idealfall bei Strandspaziergängen besonders die Beine und Füße mit langen Hosen, Socken und festem Schuhwerk zu schützen. Nachdem aber keiner gerne so eingemummelt im Strandurlaub herumlaufen möchte, empfiehlt es sich, den Körper und die Kleidung mit speziellen Insektenschutzmitteln (Repellents) für die Tropen einzureiben und einzusprühen. Wer es lieber ohne Chemie mag, kann auch reines Kokosöl aus dem Supermarkt oder der Apotheke nehmen. Sandflöhe mögen die darin enthaltene Laurinsäure nicht und es erschwert ihnen das Eindringen in die Haut. Einfach das unverdünnte Kokosöl großzügig auf dem Körper verteilen, besonders an den Füßen und den Beinen und anschließend den Sonnenschutz auftragen. Es muss aber beides nach dem Baden im Meer immer wieder erneuert werden.

Außerdem empfiehlt es sich beim Sonnenbaden, eine feste Unterlage für den Strand zu wählen, wie beispielsweise eine Isomatte. Nachdem der Parasit nur auf dem Land lebt, besteht beim Schwimmen im Wasser keine Gefahr vor einem Befall. Der letzte wichtige Tipp: nach einem Tag am Strand intensiv duschen, da ein Sandfloh häufig mehrere Stunden braucht, bis er eine geeignete Körperstelle findet, um dort tief genug in die Haut einzudringen.

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1Mehlhorn, Birgit/Mehlhorn, Heinz/Walldorf, Volker: Schach! Den Blutsaugern & Schädlingen. Düsseldorf: düsseldorf university press 2012. S. 102.
2Ebd.