Stechmücken

Stechmücken besitzen viele Namen

Stechmücke beim Blutsaugen Stechmücken werden je nach Region auch Schnaken, Gelsen, Schneider oder Mucken genannt. Mit dem Begriff „Schneider“ werden in manchen Landesteilen aber auch die Vertreter der nicht-stechenden Mücken bezeichnet. Diese sind viel größer als Stechmücken und gelten als langsame Flieger mit sehr langen Beinen. In Süddeutschland werden nicht nur Stechmücken, sondern auch Stubenfliegen als „Mucken“ bezeichnet.

Stechmücken „summen“ durch die Flügelschlag-Frequenz

In Mitteleuropa sind bisher rund 3.000 verschiedene Stechmückenarten beschrieben. Zu den bekanntesten Stechmückengattungen gehören Aedes-Arten (Wald- und Wiesenmücken), Culex-Arten (Hausmücken) und Anopheles-Arten (Fiebermücken). Stechmücken gehören zu der Insektenordnung der Zweiflügler (Diptera), da sie nur ein voll entwickeltes Flügelpaar besitzen. Die hinteren Flügel sind zu Halteren (Schwingkölbchen = Orientierungsorgane) umgebildet. Die Flügel haben eine sehr hohe Schlagfrequenz (300 bis1000 Schläge pro Minute), die zu dem bekannten Sirr-Geräusch der Stechmücken führt. Der Klang des Geräusches ist von der Stechmückenart und dem Geschlecht der Stechmücke abhängig.

Nur Stechmücken-Weibchen stechen

Die Männchen und Weibchen der Stechmücken ernähren sich mit ihren saugenden Mundwerkzeugen von Blütensäften. Nur die Weibchen können mit ihren stechenden und saugenden Mundwerkzeugen die Haut ihrer Wirte durchbohren und Blut saugen. Die Eiweiße aus dem Blut werden für die Entwicklung der Eier benötigt, die ein Stechmücken-Weibchen auf oder in die Nähe von Gewässern ablegt. Aus den Eiern entwickeln sich Larven, die über Häutungen insgesamt vier Larvenstadien durchleben. Aus der Larve geht eine bewegliche Puppe hervor, die noch an der Wasseroberfläche atmet, aber keine Nahrung mehr zu sich nimmt. Aus der Puppe schlüpft die ausgewachsene Stechmücke, die auch als Imago bezeichnet wird. Der gesamte Entwicklungszyklus der Stechmücken kann je nach Außentemperatur in 17 bis 21 Tagen durchlaufen werden.

„Mückenwolken“: Stechmücken-Männchen unter sich

Die Männchen der Stechmücken schwärmen im Sommer am Rand von Gewässern und tauchen oft in solchen Massen auf, dass diese „Mückenwolke“ von der Entfernung wie Rauch aussieht. Wenn ein Weibchen in solch einen Männchenschwarm hineinfliegt, kann die Stechmücke in der Luft mit Sperma „betankt“ werden. Das Sperma wird in einer Art „Vorratsbehälter“ der Stechmücke für die zukünftige Befruchtung von Eiern aufbewahrt. Bei manchen Stechmückenarten, wie die der Hausmücken, kann das Sperma über den Winter aufbewahrt werden, um im Frühjahr zur Eiablage genutzt zu werden. Trauriger Grund: Stechmücken-Männchen können den Winter nicht überleben.

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