Zeckenstiche erkennen

Frau mit Juckreiz aufgrund eines Zeckenbisses Im Sommer hält man sich gerne und viel draußen auf. Doch so schön Baden am See oder Grillen im Garten auch ist: Gerade in Wiesen lauern Zecken. Zeckenbisse am Körper werden leider oft übersehen, obwohl sie relativ leicht zu erkennen sind. Hier erfahren Sie, wie Sie einen Zeckenstich erkennen und was zu tun ist, wenn man von einer Zecke gebissen wurde.



Wie verläuft ein unbemerkter Zeckenbiss?

Auch wenn oft vom Zeckenbiss die Rede ist, so ist das eigentlich nicht richtig, denn Zecken beißen nicht, sondern stechen. Von einem Stich spricht man, wenn ein spitzes Körperteil, etwa ein Stachel oder Stechrüssel, geradlinig eingeführt wird. Bei einem Biss wird die Haut durch Mundwerkzeuge verletzt, die sich aufeinander bewegen.

Wenn Sie gebissen wurden und das nicht bemerken, verbleibt die Zecke bis zu zehn Tagen auf der Haut und saugt Blut. Zu Beginn ist eine Zecke nur wenige Millimeter groß. Nach einigem Saugen nimmt der Zeckenkörper aber an Volumen und Größe zu. Schon nach wenigen Stunden ist die Zecke gewachsen; doch auch wenn das Insekt bereits relativ groß ist, wird es häufig übersehen, da Zecken gerne an versteckten Stellen stechen.

Nadel im Heuhaufen: Zeckenbisse am Körper suchen

Zecken können schwere Krankheiten wie FSME oder Borreliose übertragen. Zur Zeckensaison von März bis Oktober sollten Sie sich daher gründlich absuchen, nachdem Sie im Grünen waren.

Wussten Sie’s?

Früher nahm man an, dass sich Zecken von Bäumen gezielt auf ihre Opfer fallen lassen. Das stimmt nicht, denn die Insekten können nicht höher als 1,5 Meter klettern. Außerdem können sie ihre Wirte nicht über solch große Entfernung erspüren. Bevorzugt tummeln sich Zecken stattdessen an Wald- und Bachrändern, in Gebüschen und hohen Gräsern. Ihre Wirte suchen sie sich durch deren Geruch, den sie über ein spezielles Sinnesorgan wahrnehmen.

Um die Suche nach Zeckenbissen zu erleichtern, können Sie einen Spiegel zur Hand nehmen oder Sie bitten jemanden um Hilfe. Vergessen Sie dabei nicht, feuchte und geschützte Stellen zu überprüfen, denn das sind beliebte Stichstellen von Zecken. Solche Orte sind zum Beispiel:

  • Kniekehlen
  • Hautfalten, zum Beispiel unter der Brust
  • Genitalbereich
  • hinter den Ohren
  • zwischen den Fingern oder Zehen

Zecken befinden sich oft auf oder unter unserer Kleidung und suchen dort stundenlang nach geeigneten Stichstellen, daher sollten Sie Ihre Kleidung nach einem Wiesenspaziergang gut ausschütteln und am besten in die Wäsche geben.

Wenn Sie eine Zecke an sich entdecken, entfernen Sie diese so schnell wie möglich mit einer speziellen Zeckenpinzette oder anderen geeigneten Utensilien. Die Gefahr, dass Krankheiten übertragen werden, steigt nämlich, je länger das Insekt saugt. Eine normale Pinzette eignet sich hier übrigens nicht, da der Kopf der Zecke stecken bleiben und sich entzünden kann. Sollte das trotz richtiger Methode einmal passieren, ist es ratsam, zum Arzt zu gehen.

Warum bemerkt man Zeckenstiche oft gar nicht?

Zeckenstiche bleiben oft unbemerkt, da sie im Gegensatz zu den Stichen anderer Insekten nicht weh tun. Das liegt daran, dass der Speichel von Zecken Stoffe enthält, die betäuben.

Folgen des Zeckenstichs

Nachdem Sie eine Zecke entfernt haben, sollten Sie die Einstichstelle aufmerksam beobachten. Nach der Beseitigung der Zecke kann sich an der Stichstelle ein Bluterguss bilden, der sich mit der Zeit dunkelbraun bis schwarz verfärbt und dann verschwindet.

Falls es zu einer Übertragung von Krankheitserregern (Borrelien) durch einen Zeckenbiss kam, tritt meist eine Hautrötung in der Gegend des Stichs auf, die als Wanderröte bezeichnet wird und einige Tage bis Wochen nach dem Biss auftritt. Die Wanderröte ist das charakteristische Anzeichen für eine Infektion mit Borreliose im Anfangsstadium.

Wanderröte nach einem Zeckenstich erkennen

  • Es handelt sich um eine Rötung, die sich mit der Zeit rund um den Zeckenstich ausbreitet. Die Rötung kommt daher, dass die Stelle besser durchblutet wird, so versucht das Immunsystem die Erreger abzuwehren.
  • Zu Beginn ist der Fleck etwa vier Zentimeter groß, die Fläche wächst täglich um die drei Millimeter. Maximal wird die Wanderröte 30 Zentimeter groß. Um die Entwicklung zu verfolgen, können Sie Fotos von dem Fleck machen.
  • Nach und nach verblasst der innere Bereich und der rote, oft tastbare Rand bleibt deutlich sichtbar. Es ist dann nur noch eine Art Ring sichtbar.
  • Wanderröte juckt in der Regel nicht und schmerzt nicht.
  • Nachdem die Röte abgeklungen ist, kann sie auch Monate später spontan wieder auftreten, dann meist nur noch in Ringform.

Tritt Wanderröte nach einem Zeckenbiss auf, sollten Sie zum Arzt gehen. Im Falle einer Borreliose kann der Fachmann eine meist mehrwöchige Therapie mit Antibiotika verordnen.

Nicht bei allen Infizierten tritt Wanderröte auf. Eine Borreliose kann sich im frühen Stadium auch durch Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerzen zeigen. Ähnliche Symptome weisen Betroffene auch bei einer Infektion mit FSME (Frühsommermeningitis) auf.

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