Insektenschutz: Repellentien (Mückenschutzmittel) und Co.

Gerade in lauen Sommernächten mischen sich manchmal ungebetene Gäste unter die Grillfeier – Mücken und andere Insekten kommen herbeigeschwirrt und fliegen nicht nur störend vor dem Gesicht herum, sondern hinterlassen zudem unangenehm juckende Stiche bei uns Menschen. Mücken sind jedoch nicht nur lästig, sie können in einigen Urlaubsregionen gefährliche Krankheiten wie Malaria übertragen. Dies macht einen wirksamen Insektenschutz unabdingbar.

Repellents mit den Wirkstoffen DEET und Icaridin

Einen effektiven Schutz gegen Insekten bieten sogenannte Repellentien, die es als Sprays, Lotionen und Cremes im Handel zu kaufen gibt. Vor allem Pumpsprays sind in der Anwendung besonders praktisch und ziehen schnell in die Haut ein. Sie schützen vor möglichen Angriffen verschiedener Insekten wie Mücken, Stechfliegen, Flöhe, Wanzen und Zecken. Zu den gängigsten chemischen Insektenabwehrmitteln gehören die Wirkstoffe Diethyltoluamid (DEET) und Icaridin. Insekten nehmen die Wirkstoffe über ihre Duft- und Geschmacksrezeptoren wahr und werden entweder vom Geruch abgeschreckt oder können mögliche Wirte nicht mehr richtig orten. Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht abschließend geklärt.

Die meisten Insektenschutz-Sprays halten in der Regel etwa acht Stunden lang Mücken und etwa vier Stunden lang Zecken fern. Die Dauer des Schutzes ist jedoch abhängig von der Konzentration, der verwendeten Spraymenge und der Art der Insekten.

Die richtige Anwendung von Repellentien

Darüber hinaus ist die richtige Anwendung der Repellentien für die Wirksamkeit von Bedeutung. Um Insektenstiche so gut wie möglich zu vermeiden, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Sprühen Sie das Insektenschutzspray auf alle freiliegenden Hautstellen auf. Bei sehr dünnem Kleidungsstoff sollten Repellentien ebenfalls unter den Klamotten aufgetragen werden.
  • Schweiß kann die Schutzwirkung beeinträchtigen. Deshalb sollten Sie die Anwendung mit Repellentien bei starkem Schwitzen öfter wiederholen.
  • Wenn Sie sowohl Sonnencreme als auch Insektenschutzmittel nutzen wollen, sollten Sie sich zunächst mit dem Sonnenschutz eincremen. Nachdem die Creme eingezogen ist, kann das Repellent gesprüht werden. Aber Vorsicht: Bei DEET-haltigen Repellentien wird die Wirkung der Sonnencreme um bis zu einem Drittel verringerti.
  • Sprühen Sie Insektenschutz-Sprays nicht auf offene Wunden, in die Augen oder in die Nähe von Schleimhäuten.
  • Informieren Sie sich vor der Anwendung, ob das Mittel für Kinder geeignet ist.

Wichtig:

Grundsätzlich können auch Repellentien keinen hundertprozentigen Schutz garantieren. Vor der Urlaubsreise sollte man sich deshalb über das Urlaubsland informieren, um sich vor den dort lebenden Insekten und Zecken effektiv zu schützen. So kann eine FSME-Impfung in gefährdeten Gebieten angebracht sein. In Ländern, in denen die Malaria verbreitet ist, wird eine Malariaprophylaxe zum Schutz notwendig.

Icaridin oder DEET – welcher Repellent-Wirkstoff ist besser für den Mückenschutz geeignet?

Laut Stiftung Warentest bieten sowohl Präparate mit DEET als auch mit Icaridin einen sicheren Schutz gegen Mücken und Stechinsekten. Welches der beiden chemischen Mittel sich besser eignet, ist pauschal nicht zu beantworten. Icaridin gilt als sehr gut verträglich. Nur in sehr seltenen Fällen kann der Insektenschutz überempfindliche Hautirritationen wie Juckreiz, Rötung und Schuppung hervorrufen.

Der Wirkstoff DEET wurde bisher am intensivsten untersucht, da er die längste praktische Erfahrung vorweisen kann. Er wird von Stiftung Warentest vor allem in Malariagebieten empfohlen, da er besonders gut die tag- und nachtaktive Anopheles-Mücke abwehrt, die die Tropenkrankheit Malaria überträgt. Jedoch ist auch DEET nicht frei von möglichen Nebenwirkungen. In seltenen Fällen gelangt der Inhaltsstoff durch die Haut in den Blutkreislauf und greift das Nervensystem an. Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl sowie bei großflächigem Auftragen auch Krampfanfälle oder Hirnschädigungen bleiben als Restrisiko bestehen.

DEET-haltige Repellientien sollten nicht gleichzeitig mit harnstoffhaltigen Cremes oder salicylsäurehaltigen Mitteln angewendet werden. Diese haben die Eigenschaft, die Haut für andere Wirkstoffe durchlässiger zu machen.


Weitere Insektenschutz-Tipps

Blaues Mückennetz gespannt über einem Doppelbett zum Schutz vor Mückenstichen beim Schlafen

Neben Repellentien gibt es noch weitere Möglichkeiten, unliebsame Mücken und andere Insekten abzuwehren.

Mit diesen Tricks sind Sie gut gegen die nächste Mückenplage gewappnet:



  • Um sich im Haus vor Stechfliegen zu schützen, können Sie an Ihren Fenstern und Türen Fliegengitter anbringen. Auch ein Moskitonetz über dem Bett hält nachts lästige Mücken fern.
  • Aufgestellte Duftkerzen oder Duftstäbchen, zum Beispiel mit Citronella-Geruch, können ebenso Insekten abwehren.
  • Stechmücken legen ihre Eier zum Brüten in stehende Gewässer. Um sie vom eigenen Garten fernzuhalten, sollten Sie Wasserreste (zum Beispiel in der Gießkanne) immer ausleeren und Ihre Regenwassertonne verschlossen halten.
  • Licht zieht Mücken und andere Insekten an. Achten Sie deshalb darauf, nachts die Fenster bei eingeschaltetem Licht geschlossen zu lassen.
  • Im Sommer schwirren vor allem Fruchtfliegen in der Küche herum. Lassen Sie Lebensmittel nicht offen stehen und bringen Sie Ihren Müll regelmäßig aus dem Haus, um so wenige Fliegen wie möglich anzulocken.
  • Außerdem sollten Sie im Sommer besonders auf die Körperhygiene achten und täglich duschen. Über den Schweiß sondern wir verschiedene Stoffe wie Milchsäure, Harnsäure und Ammoniak ab, was Mücken anzieht.
  • Studien haben nachgewiesen, dass Mücken insbesondere dunkle Kleidung bevorzugen. Helle Kleidung ist deshalb eine weitere Insektenschutz-Maßnahme.

Des Weiteren können Insektenfallen gegen Mücken und Co. helfen. Diese locken die Insekten durch Duftstoffe, Licht oder Töne an und töten sie durch Hitze oder chemische Stoffe ab. Ähnlich funktionieren Klebestreifen, die an der Wand befestigt werden und die Plagegeister bei Kontakt nicht mehr weglassen. Alternativ können Sie immer noch zu der guten alten Fliegenklatsche greifen, um sich gegen Mücken zu wehren.

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i Stiftung Warentest (2017): Insektenabwehrmittel. Online verfügbar unter: https://www.test.de/medikamente/selbstmedikation/haut/insektenstiche/insektenstiche/insektenabwehrmittel/