Irrtümer und Mythen über Zecken

Schatten von Zecken auf einem Blatt als Symbol für Zecken-Mythen: fallen Zecken von Bäumen?

Über kaum ein anderes Tier kursieren derart viele Irrtümer wie über die Zecke. Am bekanntesten ist wohl der Mythos, dass Zecken von den Bäumen fallen. Doch ist an diesen Gerüchten etwas Wahres dran? Wir klären Sie auf!




Zecken sind nur im Sommer aktiv

Zecken können auch in milden Wintern auftreten, da sie schon bei einer Außentemperatur zwischen sieben und neun Grad Celsius aktiv werden.

Zecken fallen von den Bäumen

Zecken lauern auf niedrigen Gräsern und Pflanzen und sind nur selten in einer Höhe von 1m anzutreffen.

Mit der richtigen Kleidung kann man sich vor einem Zeckenbefall schützen

Die richtige Kleidung senkt zwar die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenstichs, schützt aber nicht mit absoluter Sicherheit. Zecken gehen auf jede Art von Kleidung. Auch das Tragen von Socken über die Hosen nützt wenig. Denn: Zecken krabbeln so lange an der Kleidung empor, bis sie eine geeignete Hautstelle zum Blutsaugen finden.

Zecken stechen wie Mücken nur bestimmte Menschen

Zecken werden wie Stechmücken nicht nur durch den Geruch angelockt, sondern auch durch Luftzug und Erschütterung des Bodens. Kommen sie in die Nähe eines Tieres oder Menschen, haken sie sich im Fell oder an der Kleidung fest und suchen eine geeignete Stichstelle.

Zecken entfernt man mit Nagellackentferner, Alkohol oder Klebstoff

Diese Maßnahme ist nicht nur völlig falsch, sondern auch gefährlich. Trägt die Zecke Krankheitserreger in sich, kann sie diese in die Wunde erbrechen. Mit geeigneten Utensilien wie einer Zeckenzange oder Zeckenkarte können Sie auf sichere Art und Weise Zecken entfernen.

Repellents muss man nur auf die Haut auftragen

Auch die Kleidungsstücke sollten bis zur Kniehöhe besprüht werden, sonst kommt es an nicht besprühten Stellen zum Aufsteigen der Zecken. Wichtig ist, Repellentien zu verwenden, die nachweislich keine Schmutzflecken auf der Kleidung hinterlassen.

Es gibt eine Zeckenimpfung, die vor Zeckenbefall schützt

Es gibt keine Impfung, um sich vor einem Zeckenbefall zu schützen. Allerdings gibt es eine FSME-Impfung, die oft auch als Zeckenimpfung bezeichnet wird.

Eine einmalige FSME-Impfung schützt lebenslang vor FSME

Der Impfschutz hält maximal fünf Jahre an. Bei manchen Impfstoffen ist eine Impfung alle drei Jahre nötig, um den vollen Impfschutz zu erreichen.

Bei der Übertragung von Borreliose-Erregern tritt immer Wanderröte auf

Die sogenannte Wanderröte fehlt in 30 bis 50 Prozent aller Borreliose-Infektionen.

Borreliose und FSME sind die einzigen Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden

Neuesten Untersuchungen zufolge, tragen Zecken in Deutschland auch andere Erreger (Bakterien der Gattungen: Ehrlichia, Coxiella, Rickettsia, Babesia) in sich. Die Symptome bei einer Infektion sind sehr unspezifisch, sodass eine Erregerübertragung häufig unbemerkt bleibt und die Diagnose von Ehrlichiose oder Babesiose erschwert.