Zeckenschutz beim Hund

Hund bei Spaziergang im Wald: wichtiger Zeckenschutz zur Vorbeugung von Krankheiten Ab dem Frühjahr, wenn draußen langsam alles anfängt zu kreuchen und zu fleuchen, haben vor allem unsere Hunde unter Zecken zu leiden. Wenn die kleinen Plagegeister nicht rechtzeitig entfernt werden, kann es neben lokalen Entzündungen und Schwellungen zur Übertragung verschiedenster Erkrankungen kommen. Nicht zu unterschätzen ist die Gefahr von Langzeitschäden, die durch Infektionskrankheiten wie Borreliose entstehen können.

Anaplasmose, Borreliose & Co: Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen

Zecken sind nicht nur lästig sondern können auch gefährliche Krankheiten übertragen. Dafür müssen sie selber den entsprechenden Erreger in sich tragen. Für den Menschen sind Borreliose und FSME eine Gefahr, der Hund kann sich mit folgenden Erkrankungen anstecken:
    • Borreliose: Die bakteriellen Erreger der Borreliose werden 24 Stunden, nachdem sich die Zecke festgesaugt hat, in die Blutbahn des Hundes übertragen. Symptome für eine Borreliose-Infektion beim Hund sind Fieber, Appetitlosigkeit und Lahmen aufgrund einer Arthritis. Da sie Symptome sehr unspezifisch sind, bleibt eine Borreliose oft unerkannt. Behandeln lässt sie sich mit einer Antibiotika Therapie.
    • Babesiose (Hundemalaria): Ursprünglich eine tropische Krankheit, verbreitet sie sich auch in unseren Breiten zunehmend. Bei der Babesiose zerstören die Erreger die roten Blutkörperchen des Hundes. Eine Anämie (Blutarmut) tritt ein, die unbehandelt nach wenigen Wochen zum Tod führt. Mit einer Antibiotikatherapie lässt sich die Erkrankung behandeln.
    • Anaplasmose: Die bakterielle Infektionskrankheit führt nicht immer zu Symptomen. Manchmal kommen aber auch schwere Verlaufsformen vor, mit Fieber, Nasenbluten und inneren Blutungen. Zur Behandlung werden Antibiotika eingesetzt, bei hohem Blutverlust können Bluttransfusionen nötig sein.
Die Behandlung der Krankheiten kann langwierig und kostspielig sein. Möglicherweise kommt es immer wieder zu Schüben, die behandelt werden müssen. Da sich die Tierarztkosten in so einem Fall schnell auf mehrere tausend Euro belaufen können, ist es sinnvoll, über eine Hundekrankenversicherung, die die Behandlungskosten übernimmt, nachzudenken.

Was hilft gegen Zecken beim Hund?

Um infektiöse Erkrankungen durch einen Zeckenbiss erst gar nicht entstehen zu lassen, ist es wichtig, den Parasiten mit geeigneten Schutzmaßnahmen entgegenzuwirken. Ein wirkungsvolles Mittel gegen Zecken sind Spot-ons. Die leicht anzuwendenden Tropfen fürs Hundefell enthalten Substanzen, die auf Zecken giftig wirken und wirken etwa einen Monat lang. Halsbänder, die vor Zecken und Flöhen schützen, geben kontinuierlich ein Insektizid auf das Fell des Hundes ab. Der Wirkstoff breitet sich vom Halsband über das gesamte Fell aus. Für Naturmittel, die gegen Zecken helfen sollen, beispielsweise Bernsteinketten, gibt es bisher keinen Nachweis einer Wirksamkeit.

Zecken beim Hund richtig entfernen

Entfernen Sie eine Zecke zügig. Umso länger sie festgesaugt ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Krankheitserreger in die Blutbahn Ihres Hundes abgibt. Verwenden Sie auf gar keinen Fall Öle, Nagellack oder Klebstoff, um die Zecke zu entfernen. Diese Mittel erhöhen das Risiko, dass Krankheiten von der Zecke auf den Hund übertragen werden. Mit einem geeigneten Hilfsmittel, wie einer Zeckenzange, einer Pinzette oder einem Zeckenhaken, kann der Parasit dicht über der Haut gegriffen und dann gerade herausgezogen werden. Quetschen Sie dabei die Zecke nicht, damit sie keine Krankheisterreger aus ihr heraus pressen. Meist ist es kein Problem, wenn die Beißwerkzeuge der Zecke noch in der Haut verbleiben. Sie werden nach einiger Zeit von Körper des Hundes abgestoßen.

Generell gilt: Suchen Sie sich und ihren Hund nach jedem Spaziergang gewissenhaft nach Zecken ab, damit diese so schnell wie möglich entfernt werden können.