Babesiose: Hundemalaria

Matter Hund mit hohem Fieber aufgrund von Babesiose

Da die Babesiose in ihrem Verlauf der Malaria ähnelt, wird sie umgangssprachlich als „Hunde-Malaria“ bezeichnet. Tatsächlich können aber alle Wirbeltiere einschließlich des Menschen von der Babesiose betroffen sein.





Übertragung von Babesiose

Übertragen wird die Babesiose von verschiedenen Zeckenarten, darunter der gemeine Holzbock, die Auwaldzecke und die Braune Hundezecke. Die Erreger sind vor allem im Mittelmeerraum verbreitet, finden sich aber zunehmend auch in anderen europäischen Gegenden. In Deutschland gibt es inzwischen natürliche Verbreitungsgebiete am Oberrhein, im Saarland, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und bei Regensburg sowie in den Elbauen und den Müchner Isarauen. Die Babesiose wird durch Protozoen ausgelöst, die mit dem Zeckenstich übertragen werden. Die Zecke muss mindestens zwölf Stunden saugen, damit die Infektion erfolgreich ist.

Typische Babesiose-Symptome: so erkennen Sie Hundemalaria

Ab dem vierten Tag bis etwa drei Wochen nach der Infektion setzt hohes, schubartiges Fieber ein. Da die Babesiose die roten Blutkörperchen zerstört und abbaut, färbt sich der Urin oft dunkelbraun mit dem Farbstoff der Blutkörperchen. Von Babesiose befallene Tiere sind matt, appetitlos und verlieren an Gewicht. Die Schleimhäute und das Weiße der Augen färben sich häufig gelblich (Gelbsucht), Lymphknoten und Milz schwellen an, es kann zu Nierenversagen kommen. Besonders in dieser akuten Phase führt die Babesiose häufig zum Tod der Tiere.

Sind die ersten Fieberschübe überstanden, tritt häufig eine ruhigere Phase ein. Wird die Babesiose zu einer chronischen Erkrankung, wird das Tier von wechselnden Fieberschüben geplagt und die Kondition lässt rapide nach. Verdauungs- und Kreislaufstörungen treten ebenso auf wie Störungen des zentralen Nevensystems oder der Atemfunktionen. Es kommt zu Wassereinlagerungen und Ödemen. Unbehandelt endet eine Babesiose oft tödlich, und dies bereits im akuten Stadium. Ein Impfstoff gegen einige Formen der Babesiose ist in Deutschland zugelassen. Eine generelle Impfung wird aber von Tierärzten nicht empfohlen. Babesiose kann mit einem Bluttest oder einer Gewebeprobe im Labor diagnostiziert werden. In Deutschland sind bislang nur wenige Babesiose-Medikamente zugelassen, da die Krankheit hierzulande erst seit kurzer Zeit auftrat. Im EU-Umland (vor allem Frankreich) steht eine größere Auswahl an Medikamenten gegen Babesiose bei Hunden zur Verfügung.

Kurz und Knapp

  • Fachname: Babesiose oder Piroplasmose
  • Umgangssprachlicher Name: Hunde-Malaria
  • Überträger: Zecken (Auwaldzecke, Braune Hundezecke, gemeiner Holzbock) durch Stich
  • Auslöser: Protozoen der Gattung babesia (Menschen: babesia divergens; Hunde: babesia canis, babesia gibsoni)
  • Vorkommen: Mittelmeerraum, Balkan, Osteuropa. Zunehmend auch Vorkommen in Deutschland und der Schweiz
  • Symptome:

    Körperlich: hohes Fieber in heftigen Schüben, blutiger (dunkelbrauner bis dunkelrotbrauner) Urin. Im weiteren Verlauf Gelbsucht, Entzündungen der Augen bis zu Netzhautablösungen und Störungen an Nerven und Bewegungsablauf
    Psychisch: Allgemeine Mattigkeit
  • Ernährung: Fressunlust, Gewichtsverlust
  • Befällt: Haustiere, besonders Hunde, und Menschen
  • Behandlung: Tierarzt