Zecke im Gepäck: Alles über die Braune Hundezecke

Braune Hundezecke im Tierfell

Die Braune Hundezecke liebt das warme und trockene Klima mediterraner Regionen. Bei Urlaubsreisen mit dem Haustier gelangt sie nicht selten – gut versteckt im Fell des Hundes – mit nach Deutschland. Obwohl die Hundezecke die kühlen Temperaturen hierzulande nicht lange übersteht, kann der ungebetene Gast zu einem Problem werden. Denn er vermehrt sich gerne auch in Wohnräumen. Doch woran erkennen Sie eine Hundezecke und wie gefährlich ist sie?


Übersicht

Erkennungsmerkmale der braunen Hundezecke

Die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) gehört zur Familie der Ixodidae oder Schildzecken. Äußerlich hat die Hundezecke große Ähnlichkeit mit dem gemeinen Holzbock. Ihr rötlich-brauner Körper erreicht im nüchternen Zustand eine Größe von etwa 3,5 Millimetern. Vollgesogene Weibchen können bis zu 12 Millimeter lang werden, die männlichen Vertreter dieser Spezies werden hingegen auch nach einer Blutmahlzeit nicht größer als vier Millimeter1.

Wie andere Zeckenarten durchläuft auch die Hundezecke im Laufe ihrer Entwicklung mehrere Phasen. Dazu gehört als erstes Stadium die Larve, die zweite Stufe wird als Nymphe bezeichnet und die dritte stellt schließlich das geschlechtsreife Tier dar. Während der ersten beiden Entwicklungsstufen sind Hundezecken etwa 0,5 bis einen Millimeter groß und zeigen eine durchscheinende, blass-braune Farbe1.

Herkunft und Verbreitung der Hundezecke

Ursprünglich stammt die braune Hundezecke aus Afrika und ist heute im gesamten Mittelmeerraum heimisch. In Deutschland tauchen Hundezecken meist infolge von Urlaubsreisen mit Hunden auf. Diese Zeckenart ist an besonders warmes und trockenes Klima angepasst. Ideale Bedingungen für die Entwicklung der Hundezecke herrschen bei Temperaturen von 25 bis 30 Grad Celsius. Bereits bei Temperaturen von weniger als 20 Grad verliert die Zeckenart ihre Fähigkeit zur Vermehrung1.

Den Winter in Mitteleuropa und somit auch in Deutschland überlebt die braune Hundezecke deshalb nicht – zumindest nicht im Freien. Im Gegensatz zu anderen Zeckenarten ist diese Spezies in der Lage, sich in Innenräumen anzusiedeln. Einheimische Zeckenarten, wie der in Deutschland weit verbreitete Holzbock, können der Trockenheit in Wohnungen nur wenige Tage lang standhalten. Der Hundezecke hingegen macht die feuchtigkeitsarme Umgebung wenig aus. Und noch etwas verschafft dieser Zeckenart einen Überlebensvorteil: Sie kann bis zu acht Monate ohne eine Blutmahlzeit auskommen1.

Die unangenehme Wahrheit:

Hat sich die Hundezecke einmal im Haus eingenistet, kann sie sich dort auch vermehren und zu einer regelrechten Plage werden. In der Wohnung kriechen die Spinnentiere in kleinste Ritzen und Spalten, in denen die Weibchen ihre Eier ablegen und einen massiven Befall hervorrufen können. In solchen Fällen hilft oft nur eine professionelle Schädlingsbekämpfung.

Der Lebenszyklus der braunen Hundezecke

Eine braune Hundezecke benötigt für die Entwicklung vom Ei bis zur Geschlechtsreife unter günstigen Bedingungen lediglich zwei bis vier Monate, wobei die tatsächliche Dauer von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und der Verfügbarkeit von Wirtsorganismen abhängt1,2. Wie der Name vermuten lässt, ist das am meisten bevorzugte Wirtstier der braunen Hundezecke der Hund. Die Zeckenart kann aber auch zahlreiche andere Tiere befallen, darunter: Schafe, Ziegen, Rinder, Schweine, Katzen und andere Kleinsäuger (wie Hasen oder Kaninchen). Menschen werden von der Hundezecke nur selten gestochen. In Deutschland kommt das vor allem bei einem Massenbefall in der Wohnung vor.

Ähnlich wie andere Zecken, die mehrere Häutungen durchlaufen, braucht auch die braune Hundezecke vor jedem Übergang zum nächsten Entwicklungsstadium (von Larve zu Nymphe und von der Nymphe zum ausgewachsenen Tier) eine Blutmahlzeit. Der eigentliche Saugvorgang kann dann etwa ein bis zwei Wochen dauern.

Hätten Sie es gewusst?

Eine weibliche Hundezecke kann innerhalb von 20 Tagen bis zu 5000 Eier produzieren, die sie entweder im Boden oder in kleinen Spalten von Innenräumen ablegt2.

Die braune Hundezecke: Wie gefährlich ist sie für Haustiere?

Die braune Hundezecke dient als Überträger mehrerer Krankheitserreger. Einige dieser Keime, wie beispielsweise die Babesien (eine Bakteriengattung), gibt die Zecke auch an ihre Eier weiter und erzeugt so tausende infizierte Nachkommen.

Während des Blutsaugens gelangen die Krankheitsauslöser von der erwachsenen Zecke ins Wirtstier. Die Hundezecke kann deshalb mehrere für Hunde gefährliche Krankheiten hervorrufen, darunter diejenigen, die in der folgenden Tabelle aufgeführt sind. Sollten Sie Anzeichen für eine der Erkrankungen bei Ihrem Hund feststellen, ist der Besuch beim Tierarzt dringend zu empfehlen. Die Krankheiten sind behandelbar, können aber ohne tierärztliche Maßnahmen einen schweren Verlauf nehmen oder schlimmstenfalls zum Tod des Tieres führen.

ErkrankungKrankheitserregerMögliche Symptome
BabesioseBabesienFieber, Blutarmut (blasse Schleimhäute)
HepatozoonoseKokzidienFieber, Gewichtsabnahme, Lymphknotenschwellung, Blutarmut (blasse Schleimhäute)
EhrlichioseRickettsienFieber, Nasenbluten, schleimig-eitriger Nasenausfluss, Erbrechen

Aufgrund der hohen Infektionsgefahr bei Reisen in südliche Mittelmeerländer empfehlen Tierärzte vor Reiseantritt vorbeugende Maßnahmen zum Schutz des Hundes. Hierzu können sogenannte Spot-on-Produkte verwendet werden, die durch Beträufeln der Haut im Nackenbereich des Hundes aufgetragen werden und in der Regel für eine Dauer von vier bis sechs Wochen wirksam sind.

Einerseits dienen solche Mittel zur Abschreckung der Parasiten, sodass die Wahrscheinlichkeit eines Stichs verringert wird. Andererseits töten Sie Hundezecken ab, die sich bereits festgesetzt haben. Wichtig ist es auch, das Haustier, besonders bei Urlaubsreisen, gründlich nach Zecken abzusuchen.

Kann die Braune Hundezecke Krankheiten beim Menschen verursachen?

Menschen werden nur selten von der braunen Hundezecke gestochen. Wenn es allerdings zu einem Stich kommt, kann eine Erkrankung am Mittelmeer-Zeckenfieber (auch Marseille-Fieber oder Boutonneuse-Fieber genannt) die Folge sein. Dieses äußert sich unter anderem durch folgende Symptome:

  • schwarze, eitrige Kruste an der Einstichstelle
  • über 39 Grad Celsius hohes Fieber3
  • Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen
  • Lichtempfindlichkeit
  • fleckiger Ausschlag an mehreren Hautstellen

Der Erreger der Krankheit ist in diesem Fall das Bakterium Rickettsia conorii. Es befällt und schädigt Blut- sowie Lymphgefäßzellen. Mithilfe von Antibiotika lässt sich die Erkrankung allerdings gut behandeln.

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1Umwelt- und Gesundheitsschutz. Schädlingsprävention und Beratung. Die Braune Hundezecke. Aufgerufen unter: https://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/stzh/…/MB_SPB_Hundezecke-braune.pdf (Stand: 09.01.2018).

2Institut für Parasitologie und Allgemeine Zoologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Zur Verbreitung der Braunen Hundezecke Rhipicephalus sanguineus (Latreille 1806) in Österreich und deren Bekämpfungsmöglichkeiten. Aufgerufen unter: http://www.zobodat.at/pdf/MOGTP_8_0173-0179.pdf (Stand: 09.01.2018).

3Bauerfeind, R. / Kimming, P. / Schiefer, H.G. / Schwarz, T. / Slenczka, W. / Zahner, H.: Zoonosen. Zwischen Tier und Mensch übertragbare Krankheiten. Köln 2013, S. 271.