Zeckenarten: Zecken in Deutschland

Der Holzbock

Der (gemeine) Holzbock ist die bekannteste und häufigste Zeckenart in Deutschland. Die Größe ist abhängig vom Geschlecht der Zecke. Die erwachsenen Weibchen sind blutleer etwa drei bis vier Millimeter groß und haben eine rotbraune Farbe. Haben sie sich vollgesogen, sind sie blaugrau und bis zu elf Millimeter groß – das ist die Größe einer Erbse. Sie saugen etwa eine Woche lang Blut, ehe sie sich im Freien fallen lassen, um ihre Eier abzulegen. Die erwachsenen Männchen dieser Zeckenart sind nur etwa zwei Millimeter groß und saugen nur kurz Blut. Ihr Interesse ist nur, ein Weibchen zu finden und sich mit diesem zu paaren.

Der Holzbock ist vor allem von April bis Juni und von September bis Ende Oktober aktiv. Holzböcke leben vor allem in Wäldern mit dichtem Unterholz und auf angrenzenden Lichtungen. Die Zeckenart befällt alle Haustiere, Wildtiere und Menschen gleichermaßen. Vom Holzbock werden unter anderem die Krankheiten Borreliose („Lyme-Borreliose“) und FSME (Frühsommer-Enzephalitis) übertragen. Diese befallen den Menschen ebenso wie Haustiere wie Hund und Katze. Hunde können außerdem mit „Zeckenfieber“ (Anasplasmose bzw. Ehrlichiose) infiziert werden.

Die Auwaldzecke

Auwaldzecke auf einem Blatt: Zeckenarten bestimmen

Die Auwaldzecke ist die größte der drei Zeckenarten. Schon nüchtern ist sie mit fünf Millimetern halb so groß wie ein vollgesogener Holzbock. Hat die Auwaldzecke sich vollgesogen, wird sie 16 Millimeter groß und ist damit deutlich größer als ihre Vettern. Die Zeckenart hat einen weißen Rücken mit dunklen Flecken und Sprenkeln. Die Auwaldzecke ist vor allem in der Rhein-Gegend in Südwestdeutschland von Freiburg bis zur Höhe von Frankfurt zu finden. An der Elbe findet sich die Zeckenart zwischen Magdeburg beziehungsweise Dessau bis nach Berlin. Im Süden finden sich Auwaldzecken an Isar und Donau, vor allem im Gebiet von München bis Regensburg. Auwaldzecken brauchen Feuchtgebiete wie Auwälder, Moore oder Laubwälder mit feuchtem Boden. Im Urlaub findet man sie in ganz Südeuropa, da die Zeckenart warme Sommertemperaturen schätzt.

Auwaldzecke: Krankheiten

Aktiv sind die erwachsenen Auwaldzecken im Frühjahr. Eine Gefahr stellt sie sowohl für Menschen als auch für Tiere dar – wie der Holzbock überträgt die Auwaldzecke das FSME-Virus, das Hirnhautentzündungen auslösen kann. Außerdem überträgt sie verschiedene für Haustiere gefährliche Krankheiten. Hunde können von dieser Zecke mit „Hundemalaria“ (Babesiose) infiziert werden. Pferde können sich durch einen Zeckenstich mit Pferdepiroplasmose anstecken. Menschen werden nur selten befallen.

Die Braune Hundezecke

Die Braune Hundezecke befällt in allen Entwicklungsstadien fast ausschließlich den Hund. Weder andere Haustiere noch der Mensch sind für diese Zeckenart interessant. Der Körper ist dunkelbraun und auffällig oval. Blutleer sind die Zecken kaum zu erkennen, da sie nur etwa drei Millimeter mal ein Millimeter messen. Vollgesogen erreichen sie mit elf Millimetern die gleiche Länge wie der Holzbock. Der Körper dieser Zeckenart ist in diesem Stadium rotbraun, die Beine gelblich. Die Braune Hundezecke stammt ursprünglich aus Afrika und dem Mittelmeergebiet und braucht eine warme und trockene Umgebung. Sie kann in Süddeutschland natürlich vorkommen. Häufiger ist es jedoch, dass sie von Hunden aus dem Urlaub eingeschleppt werden. Die Braune Hundezecke legt ihre Eier in der Wohnung oder in beheizten Zwingern ab und vermehrt sich dort. Sie überträgt die für Hunde gefährlichen Krankheiten „Zeckenfieber“ (Hunde-Anaplasmose und Ehrlichiose), Hepatozoonose und Babesiose. Sollten Sie vermuten, dass Ihr Hund diese Zeckenart hat oder sollte Ihr Hund immer wieder von Zecken befallen werden, bitten Sie den Tierarzt, die Zecke zu bestimmen.

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