Folgen eines Bienen- oder Wespenstichs

Wespe zieht ihren Stachel nach dem Stich aus der menschlichen Haut: welche Folgen hat ein Bienen- oder Wespenstich?

Krankheiten, die durch Bienenstiche oder Wespenstiche hervorgerufen werden, sind eher die Ausnahme. Eine Krankheitsübertragung entsteht nur auf dem mechanischen Weg, also wenn sich die Biene oder Wespe zuvor auf infektiösem Material aufgehalten und dadurch Krankheitserreger verschleppt hat, die in seltenen Fällen in die Einstichstelle gelangen können. Eine größere Gefahr geht von dem Gift selbst aus, welches durch Bienenstiche oder Wespenstiche in den Körper gelangt.

Bienen sterben nach einem Stich

Bienen und Wespen injizieren beim Stich Gift in den Körper des Stichopfers. Bei Bienen wird der Stechapparat beim Stich herausgerissen. Das liegt an der Elastizität der menschlichen Haut und der Form des ausgebildeten Widerhakens am Stachel. Bienen überleben den Stechvorgang nicht, da sie regelrecht „ausbluten“. Wespen können im Falle eines Stiches den Stachel wieder aus der menschlichen Haut ziehen, da dieser mit einer stärkeren Muskulatur am Wespenkörper verankert ist. Die Gifte der Bienen und Wespen sind sehr komplex und aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzt.

Bienen- und Wespengiftallergie: Symptome und Behandlung

Nach dem schmerzhaften Bienen- oder Wespenstich kommt es zu geröteten Schwellungen und unter Umständen innerhalb von 24 Stunden zur Bildung von Ödemen. Einige Giftkomponenten können Allergiesymptome wie Juckreiz, Blutdrucksenkung, Tachykardie (schneller Pulsschlag), Fieber und Atembeschwerden auslösen. Im gravierendsten Fall kann es zum anaphylaktischen Schock(Kreislaufversagen) kommen. Allergiker sollten daher im Sommer immer an ihre Notfallmedikamente (Adrenalin, Antihistaminika) denken, die im Falle eines Bienenstichs oder Wespenstichs allergische Symptome lindern und ein akutes Kreislaufversagen verhindern.

Bienenstiche und Wespenstiche für Nicht-Allergiker ungefährlich

Über die Wirkung des Giftes von Bienen und Wespen existieren zahlreiche Schreckensmeldungen. So wurden aggressive afrikanische Bienenrassen, die nach Amerika importiert wurden und dort entkamen, als Mörderbienen bezeichnet. Entgegen dem weitverbreiteten Klischee sind auch Stiche von Hornissen nicht gefährlicher oder schmerzhafter als Stiche ihrer kleineren Artgenossen. Für normale Personen stellt das Gift bei einem einzelnen Bienenstich oder Wespenstich keine Gefahr dar. Als so genannte Letaldosis (Giftkonzentration, die zum Tode führt) sind Hunderte von Bienenstichen oder Wespenstichen nötig. Dennoch sollte bei vielen Stichen, einem Stich in den Mund oder direkt ins Auge unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.