Kriebelmücken: So schützen Sie sich vor den üblen Bissen

Eine Kriebelmücke auf der Haut eines Menschen Sie sind nur stecknadelkopfgroß, aber ein Biss der Kriebelmücke hat es in sich: Er löst starken Juckreiz, Schwellungen und mitunter auch Entzündungen aus. Wo die fiesen Plagegeister lauern und wie Sie sich am besten vor ihnen schützen, erfahren Sie hier.





Was sind Kriebelmücken?

Kriebelmücken (Simuliidae) sind weltweit mit rund 1770 Arten vertreten, davon kommen allein 50 Arten in Deutschland vor. Die Familie der Kriebelmücken gehört zur Ordnung der Zweiflügler und zur Unterordnung der Mücken. Kriebelmücken sind sehr kleine, blaugrau bis schwarz gefärbte, gedrungene Insekten, die maximal bis zu sechs Millimeter lang werden. Wie auch bei anderen Mückenarten saugen nur die weiblichen Kriebelmücken Blut. Als Wirte kommen Säugetiere, Vögel und der Mensch infrage.

Schmerzhafte Bisse der Kriebelmücke

Vorneweg: Nicht alle Kriebelmücken stechen den Menschen. Nur die Kriebelmückenweibchen benötigen Blut für die Entwicklung ihrer Nachkommen. Genau genommen stechen die Weibchen jedoch nicht, sie beißen: Dazu zersägen sie die Haut des Wirtes mit ihren Mundwerkzeugen und saugen den durch die Wunde entstandenen kleinen Blutsee auf. Wegen der Art und Weise der Blutaufnahme werden Kriebelmücken im Englischen auch „pool-feeder“ genannt.

Beim Saugen injizieren die Mücken außerdem einen Eiweißcocktail, der die Blutgerinnung hemmt und die Einstichstelle betäubt. Dadurch bemerken Betroffene das Jucken erst nach einiger Zeit. Dazu kommt: Komponenten aus dem Speichel der Kriebelmücken enthalten giftige Stoffe, die beim Menschen zu einer allergischen Reaktion führen können. Im schlimmsten Fall löst ein Kriebelmückenstich einen allergischen Schock aus.

Gut zu wissen:

Die in Deutschland vorkommenden Kriebelmücken geben keine Krankheiten weiter. In manchen tropischen Regionen können Kriebelmücken jedoch Fadenwürmer übertragen, die die sogenannte Flussblindheit verursachen. Die Flussblindheit ist eine Infektionskrankheit, die sich durch Entzündungen am Auge auszeichnet. Bei sehr schwerem Verlauf droht Betroffenen die Erblindung.

Kriebelmücken – Vorkommen und Entwicklung

Die Gefahr, in Deutschland von der Kriebelmücke gebissen zu werden, besteht grundsätzlich von Frühling bis Herbst. Je nach den klimatischen Verhältnissen können während dieser Zeit ein bis vier Generationen den Menschen beißen.

Die Entwicklung der weltweit auftretenden Kriebelmücken findet in schnell fließenden Gewässern statt (zum Beispiel in Bächen oder Flüssen). Die Weibchen legen je nach Art 50 bis 1000 Eier und heften diese an Pflanzen. Bereits nach vier Stunden schlüpfen die Larven, die sich von organischen Partikeln aus dem Wasser ernähren. Nach insgesamt fünf Häutungen und einer Verpuppung schlüpfen die erwachsenen Kriebelmücken. Die Entwicklung der Kriebelmücke ist abhängig von der Umgebungstemperatur und verläuft bestenfalls innerhalb von neun bis zehn Tagen. In den Tropen kommt es ganzjährig dazu, sodass oft gigantische Mengen der Blutsauger auftreten.

Weil sie Fließgewässer für die Eierablage brauchen, findet man Kriebelmücken insbesondere bei Flüssen und Bächen. Aber auch in der Nähe von Weidetieren ist die Kriebelmücke oft anzutreffen, weil Pferde oder Kühe durch ihre große „Angriffsfläche“ eine beliebte Beute der Mücken sind. Da es mittlerweile jedoch immer weniger Weidetiere in Deutschland gibt, gehen Biologen davon aus, dass dies ein Grund sein könnte, weshalb die Kriebelmücke immer öfter den Menschen piesackt.

Wie sehen die „Stiche“ und Bisse der Kriebelmücke aus?

Kriebelmücken fliegen geräuschlos an den Menschen heran und werden daher meist nicht bemerkt. Der schmerzende Biss hinterlässt Juckreiz und oft einen kleinen blutunterlaufenen Punkt (Petechie) auf der Haut. An der Stichstelle kann ein kleines, erbsen- bis linsengroßes Knötchen entstehen, um das sich im weiteren Verlauf ein eitriges Bläschen entwickelt. Des Weiteren bildet sich um die Einstichstelle herum oft eine bis zu zwei Zentimeter große Hautrötung (Erythem).

Interessant: Das Jucken ist eigentlich eine Abwehrreaktion des Körpers. Als unmittelbare Folge des Bisses schüttet der Körper vermehrt Histamin aus, das für die Schwellung und den Juckreiz verantwortlich ist.

Behandlung der „Stiche“: Kratzen vermeiden!

Auch wenn es schwerfällt, Sie sollten bei Insektenstichen nicht kratzen, weil dadurch das Risiko einer Entzündung steigt. Sie können hingegen folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen ausprobieren, um den Juckreiz zu lindern:

  • Kühlen Sie die juckende Stelle mit Wasser oder Eis, um den Juckreiz abzuschwächen und eine starke Schwellung zu vermeiden.
  • Desinfizieren Sie außerdem die Stichstelle, damit keine Bakterien in die Wunde gelangen.
  • Hausmittel können ebenfalls das Jucken abschwächen. Reiben Sie die gerötete Haut beispielsweise mit Lavendelöl, Zitronenöl oder dem Saft eines zerriebenen Spitzwegerichs ein.
  • Kühl-Roller und Salben aus der Apotheke sind ebenfalls geeignete Mittel bei einem Biss durch die Kriebelmücke.

Wenn die Schmerzen am nächsten Tag nicht besser werden, sollten Sie vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen. Er kann Antiallergika in Form von Gels oder Salben sowie bei schweren bakteriellen Entzündungen Antibiotika verschreiben.

Vorbeugender Schutz vor Kriebelmücken

Noch besser ist es natürlich, die Stiche durch wirksamen Schutz von vornherein zu vermeiden. Weniger wahrscheinlich wird ein Biss der Kriebelmücke, wenn man die Brutplätze der Mücke, also fließende Gewässer, meidet. Das Weiteren bietet lange Kleidung einen effektiven Schutz vor den beißenden Insekten. Aber auch mückenabschreckende Mittel (zum Beispiel mit ätherischen Ölen wie Citrus oder Eukalyptus) sowie sogenannte Repellentien (Insektenschutzmittel) halten die Insekten für einige Stunden fern.

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