Entzündeter Mückenstich – alles​ Wichtige auf einen Blick

  • ​​​Symptome: Entzündungsanzeichen sind Rötung, Schwellung und Überwärmung. Bei zusätzlichem Fieber und Schüttelfrost liegt der Verdacht auf eine Blutvergiftung nahe.
  • ​​​​​Ursachen: Infolge des Aufkratzens von Mückenstichen wird die Hautbarriere verletzt. Dadurch können Bakterien eindringen und eine Entzündung auslösen.
  • Behandlung: Bei leichten Entzündungen schaffen kühlende Auflagen und antiseptische Salben Abhilfe. Hausmittel wie Quark können den Juckreiz lindern. Ein Antibiotikum ist meist nur bei schwerwiegenden bakteriellen Infektionen notwendig.
  • Arztbesuch: Ein Arzt sollte unter anderem dann aufgesucht werden, wenn die Entzündungssymptome sich verschlimmern, die Rötung sich großflächig ausbreitet oder Fieber hinzukommt.
  • ​​​​Prävention: ​Maßnahmen wie Schutzkleidung oder Mückenspray bieten Schutz vor Stichen​. Für eine schnellere Heilung können Kälteanwendungen oder Stichheiler hilfreich sein. Wichtig ist zudem, dem Juckreiz nicht durch Kratzen nachzugeben.
  • ​​​​​​​​​​​​​FAQ

Wie sieht ein entzündeter Mückenstich aus?


Eine Person kratzt an einem Insektenstich an ihrem Knöchel, wodurch dieser sich entzünden kann.

Eine Entzündung zeigt sich generell durch Symptome wie  

  • Rötung
  • Schmerzen
  • Überwärmung und 
  • die eingeschränkte Funktion des entzündeten Bereichs. 

Weitere Infektionsanzeichen können sein: 

  • nässende Einstichstelle 
  • klare, gelbliche Wundflüssigkeit 
  • weißlich-trüber Eiter (bei fortgeschrittener Infektion) 
  • großflächige bis handtellergroße Hautentzündung und -rötung
Die Infografik zeigt die Unterschiede zwischen einer normalen Reaktion und einem entzündeten Mückenstich.

Folgende Symptome können auf eine schwerwiegende Infektionskrankheit hinweisen: 

  • Fieber (ab ca. 38° C1
  • Durchfall 
  • Übelkeit, Erbrechen 
  • extreme Kopfschmerzen 
  • Muskel-, Gelenk- oder Gliederschmerzen 

Mückenstich bei Auslandsreise

Nach oder während einem Aufenthalt in tropischen Regionen oder bekannten Infektionsgebieten kann ein Mückenstich mit Infektionsanzeichen oder anderen ungewöhnlichen Beschwerden ein Warnsignal sein, da die Insekten möglicherweise Krankheiten wie Malaria übertragen. In solchen Fällen wird ein Arztbesuch dringend geraten.

Was tun bei einem entzündeten Mückenstich?


Wenn sich ein Mückenstich entzündet hat, sollte dieser auf keinen Fall unbehandelt bleiben. So wird versucht, die Infektion einzudämmen und ernsthafte Komplikationen wie eine Blutvergiftung (Sepsis) zu vermeiden. 

Folgende Maßnahmen können helfen, die Entzündung einzudämmen

  • Kühlen der Einstichstelle (beispielsweise mit einem Kühlpad oder einer kalten Wasserflasche) 
  • Kratzen vermeiden 
  • Reinigen der Wunde (zum Beispiel mit einem Wunddesinfektionsmittel) 
  • Beobachten auf Auffälligkeiten 

Bei leichteren Entzündungen können unter anderem diese Hausmittel die Abheilung unterstützen:  

  • Zwiebel: angeschnittene Hälfte auflegen; Zwiebelsaft hat kühlenden und desinfizierenden Effekt 
  • Quark: direkt auftragen oder als Wickel; hat abschwellende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften 
  • Aloe Vera Gel: wirkt kühlend und entzündungshemmend 
  • Lavendelöl: auf Watte träufeln und Stich betupfen; enthält juckreizstillende Wirkstoffe 

Hausmittel gegen Mückenstiche können unterschiedlich wirken und verursachen teilweise Hautreizungen. Daher ist es oft eine Frage des Ausprobierens, um das passende Mittel zu finden. Wenn Hausmittel nichts nützen, die Haut besonders empfindlich reagiert oder starke Infektionsanzeichen (unter anderem Fieber, Übelkeit, allgemeines Unwohlsein) auftreten, sollte ärztliche Hilfe gesucht werden. 

Der Arzt verschreibt in der Regel die folgenden Produkte aus der Apotheke

  • antiseptische Salben (enthalten keimreduzierende Wirkstoffe und verhindern, dass sich eine bestehende Infektion weiter ausbreitet) 
  • kortisonhaltige Cremes (lindern Juckreiz und Entzündung) 
  • Antihistaminika-Gele (wirken juckreizstillend) 
  • Antibiotikum (bei schwerer bakterieller Infektion; tötet Erreger ab oder hemmt deren Wachstum)

Nicht jeder entzündete Stich benötigt sofort medizinische Hilfe. Es gibt jedoch einige Anzeichen, bei denen Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten: 

  • wenn die Entzündungssymptome und Beschwerden sich verschlimmern oder nicht abklingen 
  • bei großflächiger Rötung, Bläschenbildung, starker Schwellung und/oder Überwärmung 
  • bei Ausbreitung der Entzündung auf andere Körperbereiche 
  • wenn Fieber, Schüttelfrost oder ein allgemeines Unwohlsein auftritt 
  • bei mehreren Stichen oder unsicherer Diagnose (eine kreisrunde Rötung kann beispielsweise auch auf eine Borreliose-Infektion infolge eines Zeckenstiches hinweisen) 

Der richtige Ansprechpartner in so einem Fall ist der Hausarzt oder der Dermatologe (Hautarzt).

Warum entzündet sich ein Mückenstich?


Insektenstiche führen typischerweise zu kleinen geröteten und juckenden Quaddeln. Diese Reaktion entsteht durch den Speichel der Mücke, der beim Stechen in die Haut gelangt. Der Körper reagiert mit einer lokalen Immunantwort, die normalerweise harmlos ist. In der Regel lassen die Symptome nach einigen Stunden bis Tagen nach und der Stich heilt folgenlos ab.2 

Zu einer Entzündung kommt es meist dann, wenn einer oder mehrere der folgenden Faktoren gegeben sind: 

  • Durch intensives Kratzen kann die Haut verletzt werden. Die Wunde bietet Krankheitserregern die Möglichkeit, in den Körper einzudringen und eine Entzündung auszulösen
  • Zusätzlich verursacht der Stich selbst eine Mikroverletzung der Haut, die die natürliche Schutzbarriere weiter schwächt. 
  • Auch der Speichel der Mücke kann entzündungsfördernde Substanzen enthalten oder Erreger wie Viren oder Bakterien übertragen

​Exotische Bedrohung durch die Asiatische Tigermücke?

Die Asiatische Tigermücke breitet sich zunehmend in Europa aus und wurde auch in Deutschland nachgewiesen. Die Mücke gilt als Überträger des Dengue- und Chikungunya-Fiebers, auch wenn das Risiko hierzulande als gering eingestuft wird.3

Oftmals sind es Bakterien (beispielsweise Streptokokken), die eine Entzündung hervorrufen. Diese bakteriellen Infektionen treten besonders häufig an schwach durchbluteten Körperstellen auf. Aufgrund des mangelnden Sauerstoffs in diesen Bereichen ist die Regeneration des Gewebes eingeschränkt, wodurch sich Bakterien bei Verletzungen leichter ansiedeln können.4 Dazu zählen zum Beispiel Knöchel und Schienbein. Es kann auch zu ernsthaften Komplikationen – insbesondere großflächigen Infektionen der Haut – kommen: 

  • (Bullöse) Impetigo (Borkenflechte): hochansteckende, oberflächliche Hautinfektion, kommt vor allem bei Kindern vor, gekennzeichnet durch Blasenbildung, manchmal begleitet von Fieber und angeschwollenen Lymphknoten5 
  • Erysipel (Wundrose): entzündliche Erkrankung der oberen Hautschichten und Lymphbahnen, erkennbar an einem flächigen, stark geröteten und deutlich abgegrenzten Hautbereich, zum Teil auch Blasenbildung, oft begleitet von Fieber und Krankheitsgefühl, starke Schädigung der Lymphgefäße als Folge möglich6 

Wie lässt sich einer Entzündung nach einem Mückenstich vorbeugen?


Damit nach einem Insektenstich keine Entzündung entsteht, ist es besonders wichtig, nicht am Stich zu kratzen. Zum einen werden dadurch Substanzen freigesetzt, die den Juckreiz noch verschlimmern, zum anderen können Bakterien in die Wunde eindringen und eine Entzündung auslösen.  

Neben der sofortigen Kühlung der Einstichstelle helfen diese Maßnahmen möglicherweise gegen den Juckreiz und die Entzündung: 

  • batteriebetriebene Stichheiler (wirken häufig direkt nach dem Stich am effektivsten) 
  • Gitterpflaster  

Damit Sie gar nicht erst gestochen werden, sollten Sie generelle Präventionsmaßnahmen zum Mückenschutz in Betracht ziehen: 

  • Insektengitter an Fenstern und Moskitonetze über dem Bett anbringen 
  • Schutzkleidung wie lange Hosen und langärmelige Oberteile aus dichtem Stoff und heller Farbe (weniger attraktiv für Mücken) tragen 
  • regelmäßiges Duschen zur Minimierung von Schweiß auf der Haut 
  • synthetische Anti-Mückenmittel für nicht bedeckte Körperstellen anwenden 
  • ätherische Öle (beispielsweise Zitrusfrüchte, Lavendel, Eukalyptus) können eine natürliche Abwehr gegenüber Stechmücken bieten 

Häufig gestellte Fragen zur Entzündung eines Mückenstichs


Wie lässt sich eine Blutvergiftung nach einem Mückenstich erkennen?

Neben den typischen Entzündungsanzeichen (Rötung, Schwellung, Schmerzen und Überwärmung) kommen bei einer Blutvergiftung (Sepsis) Symptome wie Fieber, Kurzatmigkeit, Schüttelfrost oder plötzlich auftretende Verwirrtheit hinzu. Bei Verdacht ist umgehend eine ärztliche Behandlung notwendig!

Wann ist ein entzündeter Mückenstich gefährlich?

Ein entzündeter Stich wird gefährlich, wenn Bakterien (häufig durch Aufkratzen des Stichs) in den Blutkreislauf gelangen und dadurch eine Entzündung auslösen. Unter Umständen kann eine Blutvergiftung entstehen, vor allem wenn die Wunde nicht richtig behandelt wird.

Wie sieht ein infizierter Mückenstich aus?

Bei einem infizierten Mückenstich kommt es neben den klassischen Infektionsanzeichen (Rötung, Schwellung, Überwärmung und Schmerzen) zu einer großflächigen Hautentzündung sowie zum Austritt von Sekret oder Eiter. Bei bestimmten Infektionen kann es zur Blasenbildung kommen.

Wann ist bei einem Mückenstich ein Arztbesuch notwendig?

Wenn Fieber, Schüttelfrost sowie Unwohlsein auftreten, die Entzündungssymptome nicht abklingen oder sich verschlimmern, ist medizinische Hilfe notwendig. Auch bei großflächiger Rötung, sehr starker Schwellung, Überwärmung und der Ausbreitung der Entzündung auf andere Körperteile sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann den Stich und eine etwaige Entzündung mit einer geeigneten Therapie behandeln.

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